Wissenswertes zum Bauspardarlehen für die Immobilienfinanzierung

Im Rahmen einer Immobilienfinanzierung ist es sehr wichtig, sich für die passenden Darlehensarten zu entscheiden, da diese maßgeblich am Aufbau der gesamten Finanzierung beteiligt sind und auch in nicht geringem Ausmaße über den Erfolg der Immobilienfinanzierung entscheiden. Wer sich beispielsweise mit der Höhe der Zinsen innerhalb der Finanzierung verkalkuliert, kann unter Umständen irgendwann die monatliche Kreditrate nicht mehr zahlen.

Neben dem Hypothekendarlehen, bietet sich dem Kunden noch eine weitere Möglichkeit, wie er seine Immobilienfinanzierung gestalten kann, und zwar in Form des Bauspardarlehens. Vergleicht man die beiden Finanzierungsvarianten, so wird man feststellen, dass das Bauspardarlehen gegenüber dem Hypothekendarlehen einige Vorteile bietet. Der einzige Nachteil des Bauspardarlehens ist, dass man dieses nicht so schnell und „spontan“ in Anspruch nehmen kann wie das Hypothekendarlehen, sondern schon vorher über längere Zeit in einen Bausparvertrag eingezahlt haben muss.

Grundlage des Bauspardarlehens ist der Bausparvertrag

Diesen kann der Kunde bei den so genannten Bausparkassen abschließen. Es handelt sich beim Bausparen an sich um ein Umverteilungssystem, welches nach genau festgelegten Regeln funktioniert. Während viele Bausparer in den „Bauspartopf“ ihre Beiträge einzahlen, erhalten andere Bausparer aus diesem Topf heraus ein Bauspardarlehen. Jeder Bausparkunde muss also zunächst einmal eine bestimmte Mindestsumme abhängig von der gewählten Bausparsumme zahlen, um im Anschluss daran das Bauspardarlehen erhalten zu können.

Bei der Wahl der Bausparsumme sollte man darauf achten, dass die spätere Höhe des Bauspardarlehens an diese Bausparsumme gekoppelt ist. Wer beispielsweise einen Bausparvertrag über 100.000 Euro abschließt, kann später je nach Tarif zwischen 50.000 und 60.000 Euro als Bauspardarlehen erhalten. Benötigt man im Rahmen der Immobilienfinanzierung eine größere Darlehenssumme, sollte man dementsprechend die Bausparsumme erhöhen.

Dieses ist übrigens auch noch während er Laufzeit des Bausparvertrages jederzeit nachträglich möglich. Eine wichtige Frage für den Bausparer und zukünftigen Immobilienfinanzierer ist natürlich welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit dieser das Bauspardarlehen erhalten kann und welche Merkmale das Bauspardarlehen aufweist.

Die Sparleistung

Wie bereits kurz erwähnt, muss eine bestimmte Sparleistung erbracht worden sein, bevor man das Bauspardarlehen erhalten kann. Diese liegt je nach Bauspartarif zwischen 40 und 50 Prozent der Bausparsumme. Diese Sparleistung kann allerdings nicht „auf einmal“ in den Vertrag eingezahlt werden, sondern es ist eine bestimmte Anspardauer zu erfüllen. Sind die Bedingungen für die Sparleistung und Spardauer erfüllt und hat der Bausparvertrag eine ausreichende Bewertungszahl erreicht, kann der Kunde die Auszahlung des Bauspardarlehens beantragen.

Dieses bietet im Vergleich zum Hypothekendarlehen zwei große Vorteile. Zum einen ist der Kreditzinssatz in der Regel 1,5-2,0 Prozent niedriger als beim Hypothekendarlehen und zum anderen ist der Zinssatz während der gesamten Rückzahlungsdauer des Bauspardarlehens festgeschrieben und ändert sich nicht. Damit bietet das Darlehen eine hervorragende Kalkulationsgrundlage für den Kreditnehmer, da sich die Höhe der Rate nicht verändern wird, wie es beim Hypothekendarlehen nach Ablauf der Zinsfestschreibungsdauer häufig der Fall ist.

Das Bauspardarlehen darf im Übrigen nur für wohnwirtschaftliche Maßnahmen verwendet werden, also zum Beispiel im Rahmen der geplanten Immobilienfinanzierung. Andere Verwendungszwecke wie beispielsweise der Kauf eines Autos sind nicht gestattet. Anders als beim Hypothekendarlehen ist die Höhe der Tilgung beim Bauspardarlehen festgelegt. Je nach Tarif beträgt diese beispielsweise 5-8 Promille von der Bausparsumme im Monat. Bei einer Bausparsumme von 1000.000 Euro und einem in Anspruch genommen Bauspardarlehen von 50.000 Euro würde das eine Tilgung von monatlich 500-800 Euro bedeuten. Hinzu kommen dann natürlich noch die zu zahlenden Darlehenszinsen.

Aufbau einer Baufinanzierung

Das Bauspardarlehen kann grundsätzlich natürlich entweder als einzige Darlehensform im Rahmen der Immobilienfinanzierung genutzt werden, aber selbstverständlich auch in Kombination mit dem Hypothekendarlehen oder anderen Sonderdarlehen. Ein oftmals gewählter Aufbau einer Baufinanzierung sieht so aus, dass der Kunde 20 Prozent des benötigten Kapitals als Eigenkapital zur Verfügung hat, 50 Prozent über ein Hypothekendarlehen finanziert wird und die restlichen 30 Prozent in Form des Bauspardarlehens in Anspruch genommen werden. Diese Werte sind natürlich variabel und richten sich auch nach der persönlichen Situation jedes Kreditnehmers.