Für das Einrichten der Räume sollte man sich Zeit nehmen

Auf kaum etwas freut man sich mehr, als darauf, eine neue Wohnung einzurichten: Neue Räume eröffnen neue Perspektiven und erlauben es auch, Strukturen und Gewohnheiten zu verändern. So sorgt die Lust auf Neues und die Freude am Gestalten und Inszenieren des neuen Lebensraumes oft für vorschnelle Entscheidungen. Den passenden Wohnstil für Ihr Zuhause zu finden, Ihre neue Wohnung ebenso funktional, wie auch harmonisch einzurichten, beinhaltet weit mehr, als nur Möbel zu kaufen: Ein überzeugendes Einrichtungskonzept wird den Räumen und ihrer architektonischen Individualität ebenso gerecht, wie grundlegenden Funktionen des Wohnens – und entspricht dabei ganz Ihrer Persönlichkeit und Ihren besonderen Ansprüchen und Bedürfnissen.

Die neuen Räume – pur

Wenn Sie den passenden Wohnstil für Ihr Zuhause finden möchten macht es Sinn, die neuen Räumlichkeiten zunächst so wahrzunehmen, wie sie sich ohne Möbel präsentieren – aber nicht nur im Vorbeigehen oder mit dem Zollstock in der Hand. Wichtig ist, jeden einzelnen Raum mit seiner besonderen Struktur, seinen Proportionen und seiner Atmosphäre zu erleben. Nehmen Sie sich die Zeit, die neue Wohnumgebung mit nur wenigen einfachen Einrichtungsgegenständen auf sich wirken zu lassen – über ein bis zwei Tage, am Tag, am Abend und auch in der Nacht: Und: Experimentieren Sie mit einigen wenigen Einrichtungsgegenständen: Ein Klappstuhl, zwei Tischböcke und eine Tischplatte; sowie eine Matratze reichen vollkommen aus, um zahlreiche Einrichtungssituationen erproben zu können. Dabei werden viele Details sichtbar, die sonst lange im Dunkeln bleiben. Eine solche Begegnung mit der Architektur und den Möglichkeiten des Raumes kann kein 3D-Raumplaner bieten – denn die beste Technik sieht nicht mit Ihren Augen. Sie nimmt auch nicht den Einfall des Lichtes wahr, spürt Atmosphäre, oder kennt gar Ihre Wünsche. Sie aber können all das gut und wissen ganz intuitiv, wo Sie gerne sitzen oder liegen – arbeiten oder entspannen.

Raumnutzungen und Lieblingsorte

Lassen Sie die Wohnbeispiele aus dem Möbelkatalog, den Wohnreport aus der Hochglanzzeitschrift und auch Ratgeberliteratur auf der Schwelle vor der Eingangstür Ihrer neuen Räume liegen: Kein Raum gleicht dem anderen – und: Es sind Ihre Räume, es ist Ihre ganz persönliche Umgebung, Ihr privater Rückzugsbereich, den Sie Ihren Vorstellungen entsprechend gestalten können – und sollten! Dabei ist bereits die Nutzung der einzelnen Zimmer mehr als verhandelbar: Was im Grundriss als Schlafzimmer oder Wohnzimmer bezeichnet wird, muss keinesfalls kritiklos übernommen werden. Viele, auch sehr persönliche Bereiche verschwinden nicht mehr hinter Türen, sondern sind den Blicken zugänglich: So kann eine Badewanne, oder ein ästhetisches Badegefäß als Ort der Entspannung auch in den Wohnbereich mit aufgenommen werden – das gilt schon lange für das Bett, das sein Dasein früher stets hinter verschlossener Tür im Schlafzimmer fristete: Gutes und zeitgemäßes Möbeldesign kann sich überall sehen lassen – und so fallen ganze Wände für offene Wohnkonzepte.

Doch was großzügig und weitläufig wirkt und ist, muss nicht jedem gleichermaßen liegen. Auch überschaubare Raumgrößen und wohltuend übersichtliche, Geborgenheit vermittelnde Wohnbereiche haben ihren Reiz – und ihre Berechtigung. Dass in Ihrer neuen Küche ein Designer-Lesesessel Platz finden wird, haben Sie vielleicht zufällig herausgefunden, als Sie im Rahmen Ihrer Einrichtungsexperimente einen Essplatz inszenieren wollten: Es gab keinen schöneren Platz in der ganzen Wohnung, um entspannt zu lesen – und ab und an den Blick aus dem Fenster schweifen zu lassen. Warum sollten Sie auch nicht in der Küche lesen? So ergibt sich vielleicht hier und dort ein ganz besonderer (Lieblings-) Ort, für eine ganz besondere Nutzung – und einen entsprechenden Einrichtungsgegenstand.

Zeitgemäße Wohnkultur schenkt Freiräume

Der Begriff Wohnstil diktiert nicht, sondern schafft individuelle Gestaltungsfreiräume – denn er beschreibt charakteristische Merkmale, erlaubt aber auch Gegensätze und Unfertiges: Der “Stilbruch” – das bewusst inszenierte Nebeneinander von Neu und Alt, Hochglanzdesign und archaisch-Einfachem – ist ebenso salonfähig, wie das Unfertige neben dem Fertigen: Der richtige Wohnstil braucht Zeit! Und: Weniger war schon immer mehr – denn nicht nur Möbelstücke und Accessoires, sondern auch Farbe und vor allem Licht sind wesentliche Gestaltungsmittel, mit denen Räume eindrucksvoll in Szene gesetzt werden können: Ihre neuen Räume sind “die Bühne Ihres neuen Lebens” – jedes Detail sollte im richtigen Licht erscheinen – ob Arbeits- und Funktionsbereiche, oder auch solche, die der Entspannung dienen.

Die passende Einrichtung für Ihre neuen Räume darf wachsen – und sich verändern: Zeitgemäße Wohnkultur engt nicht ein, sondern folgt und dient Ihren persönlichen Ansprüchen an Funktionalität und Ästhetik – heute und morgen.